Gewerbemietverträge und Inflation: Handlungsoptionen  

Die allgemeine wirtschaftliche Lage und die Inflation werden sich mittelfristig auf die meisten gewerbliche Mietverhältnisse auswirken. Denn in der Regel ist die Miete bei gewerblichen Mietverträgen über eine Wertsicherungsklausel an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex geknüpft.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und der geopolitischen Zäsur durch den Ende Februar 2026 ausgebrochenen Iran-Krieg hat sich die Inflationsprognose für das laufende Jahr signifikant verändert.

Prognosen

Während die Inflationsrate zu Beginn des Jahres 2026 mit +2,1 % im Januar und +1,9 % im Februar noch eine Tendenz zur Stabilisierung nahe dem EZB-Zielwert aufwies, korrigieren führende Wirtschaftsinstitute ihre Erwartungen für das Gesamtjahr nun deutlich nach oben.

  • Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für das Jahr 2026 mittlerweile eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,6 %.
  • Im Jahr 2025 lag die Inflationsrate in Deutschland bei durchschnittlich 2,2 %. Somit ist für 2026 mit einem unerwarteten Anstieg der Teuerungsrate um mindestens etwa 0,4 Prozentpunkte zu rechnen.
  • Experten erwarten den Gipfel der Preissteigerungen in den Sommermonaten 2026, bedingt durch die zeitverzögerte Weitergabe der gestiegenen Energiekosten.

Der Ölpreis der Sorte Brent stieg infolge von Angriffen auf die Energie-Infrastruktur zeitweise über 116 US-Dollar. An deutschen Tankstellen sind Preise von über zwei Euro pro Liter bereits zum Alltag geworden. Das Institut der deutschen Wirtschaft berechnete, dass ein dauerhafter Ölpreis von 100 US-Dollar die Inflation in Deutschland im Jahr 2026 um zusätzlich 0,8 Prozentpunkte anhebt. Sollte der Preis auf 150 US-Dollar steigen, wäre sogar ein zusätzlicher Effekt von 1,6 Prozentpunkten zu erwarten. Durch die Unsicherheiten in der Schifffahrt (insbesondere in der Straße von Hormus) steigen die Logistikkosten. Dies führt verzögert zu höheren Preisen nicht nur für Öl und Gas kann man, sondern auch für Nahrungsmittel und Industriegüter.

Ursachen des Preisanstiegs

Der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten wirkt als primärer Preistreiber. Und niemand weiß genau, wie lange dieser Konflikt noch anhalten wird und ob die Lage nicht noch eskaliert. Die Trumpsche Lesart ist, dass es nur noch ein paar Tage dauert. Er wollte schließlich auch den Ukraine-Krieg innerhalb weniger Tage beenden. Israel bereitet sich auf noch mehrere Wochen Krieg vor. Skeptiker halten solche Äußerungen lediglich für den Versuch einer Beruhigung der Massen und Märkte.

Steigende Energiepreise führen zu einem Anstieg des Verbraucherpreisindex. In der Folge erhöhen sich die Mieten bei Verträgen mit Wertsicherungsklauseln. An ähnliche Folgen – vielleicht sogar noch drastischere – erinnern sich viele Unternehmen und Unternehmer im Zuge des Beginns des Ukraine-Kriegs.

Vergangene Erfahrungen sowie die unsicheren Erwartungen an die Zukunft führen bei Vertragsverhandlungen gewerblicher Mietverträge immer häufiger zu dem Wunsch der Mieter nach einer Deckelung, wenn der Vermieter die Miete an den Verbraucherpreisindex knüpfen möchte.

Zudem werden Wertsicherungsklauseln bei Mietanpassungen in bestehenden gewerblichen Mietverträgen zunehmend kritischer geprüft. Und nicht jede Wertsicherungsklausel hält einer gerichtlichen Prüfung stand. Und wenn die Wertsicherungsklausel dann doch wirksam zu sein scheint, sucht man nach Ausweichmöglichkeiten, zum Beispiel nach Lücken in der gesetzlich vorgesehenen Textform des Mietvertrages, um sich vorzeitig aus Verträgen lösen zu können.

Unsere Empfehlungen

Anstatt auf Konflikte oder gerichtliche Auseinandersetzungen zu setzen, ist oft ein direktes Gespräch zwischen Vermieter und Mieter zielführender. Wertsicherungsklauseln mit Augenmaß bei Neuvermietungen und einvernehmliche Lösungen in Form von Vertragsnachträgen können die Standortsicherheit aus Mietersicht gewährleisten und zugleich zukünftigen Leerstand für den Vermieter vermeiden. Nachtragsverhandlungen bieten zudem die Möglichkeit, unklare Altverträge rechtssicher zu korrigieren. Viele Vermieter bevorzugen in unsicheren Zeiten stabile Bestandsmieter gegenüber dem Risiko von Leerstand.

Sprechen Sie uns an, Rechtsanwalt Johannes Steger, unterstützt Sie bei der Vertragsverhandlung sowohl bei einem Neuabschluss des Mietvertrages als auch bei Verhandlungen über einen Nachtrag zum bestehenden Mietvertrag.

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